Aus Protest gegen die Fußball-Weltmeisterschaft und gegen die Leidenschaft ihrer Ehemänner haben englische Frauen schon vor Beginn der WM einen Club gegründet. Die Engländerinnen, die sich zu dem "Club der WM-Witwen" zusammengeschlossen haben, haben sie sich bei Bingo-Spielen kennen gelernt.
Der Club hat eine eigene Seite im Internet und dort können andere „WM-Opfer“ Bingo spielen und –nicht ganz ernst gemeinte- Überlebenstipp für die nächsten Wochen lesen. Dazu gehören z. B. das Abspielen aller Beatles-Lieder bei voller Lautstärke, um die WM-Kommentare aus dem Fernseher zu übertönen, oder für die Zeit der WM nach einem Liebhaber Ausschau zu halten oder mit der Kreditkarte des Partners so lange in ein Luxus-Hotel zu ziehen.
Lisa Blythe wohnt in Gütersloh, ist mit einem britischen Soldaten verheiratet und gehört auch zu den "WM-Witwen". Die 35-Jährige legte sich eigens ein neues Fahrrad zu, um dem "Geschrei" der restlichen Familie im Wohnzimmer zu entkommen.
Die Mitglieder des Clubs wollen mit den grölenden Männern, mit dem lauten Fangesang und mit den endlosen Diskussionen über Schiedsrichterentscheidungen nichts zu tun haben.

